Viele unnötige Rücken-Operationen

Die Zahl der Wirbelsäulenoperationen hat sich in den letzten Jahren in Deutschland mehr als verdoppelt. Damit operieren deutsche Chirurgen dreimal so oft, wie ihre Kollegen in England oder Frankreich. Laut einer Erhebung der Techniker-Krankenkasse sind 85 Prozent der Operationen nicht notwendig.

Die Operationen deutscher Chirurgen sind durchaus nicht schlecht, die Operation wird häfig nur viel zu schnell durchgeführt. Das hat auch Wirbelsäulenspezialist Martin Marianowicz in seinem Buch “Aufs Kreuz gelegt” erkannt. In dem im Jahr 2010 erschienen Buch zeigt der Autor auf, dass 90 Prozent der Rückenprobleme jeder Körper selbst wieder ausgleicht, wenn man ihm Zeit dafür gibt. Damit die Heilung schneller vonstattengeht, helfen konservative Behandlungsmethoden, wie Bewegungstraining und Medikamente. In unserer schnelllebigen Zeit scheuen viele Patienten jedoch monatelange Behandlungen und entscheiden sich vorschnell für eine Operation.

Doch auch falsch interpretierte Kernspin- oder Röntgenaufnahmen führen oftmals zu voreiligen Rückenoperationen.
Schäden, die auf Röntgenbildern sichtbar sind, müssen nicht zwingend der Auslöser des Problems sein. Bei über 50-jährigen Patienten wird die Aufnahme vielfach mehrere Probleme aufzeigen. In diesem Fall wird häufig dazu geneigt, den größten Schaden möglichst schnell zu operieren. Das ist jedoch nicht immer richtig, denn obwohl es sich um das größte Problem handelt, muss dieses nicht immer zwingend der Auslöser für die Beschwerden sein. Kleine unauffällige Vorwölbungen oder Verengungen können ebenfalls Höllenschmerzen hervorrufen. Es scheint also sinnvoll, sich nicht ausschließlich nach einem Untersuchungsbild zu orientieren, sondern darüber hinaus eine genaue Befragung des Patienten nach seinen Beschwerden vorzunehmen.

Selbstverständlich gibt es jedoch auch medizinisch zwingend notwendige Rückenoperationen, insbesondere dann, wenn Körperfunktionen leiden oder gestört sind. Ob sich der Patient für eine Operation oder eine konservative (nicht-operative) Therapie entscheidet, bleibt ihm in der Regel selbst überlassen. Das Einholen einer Zweitmeinung kann bei der Entscheidungsfindung sehr nützlich sein..

Quelle: Focus-Online: Die meisten Rücken-OPs sind überflüssig

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